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Mutter plötzlich gestorben: Martina über das Leben ohne ihre Mama

Autorenbild: Theres Kirisits
Theres Kirisits
12. Okt.
11 Min. Lesezeit

Wie fühlt es sich an, wenn die Mutter plötzlich stirbt und kein Abschied möglich war? Martina hat ihre Mama innerhalb einer Woche verloren, mit einem vier Monate alten Baby im Arm.


Interview aus dem Jahr 2026


Ich glaube, die meisten von uns gehen davon aus, dass wir uns irgendwann verabschieden können. Dass es ein letztes Gespräch gibt, eine letzte Umarmung, einen Moment, in dem wir wissen: Das ist jetzt der Abschied. Wenn die Mutter plötzlich gestorben ist, gibt es diesen Moment nicht.


In diesem Interview möchte ich dir Martina vorstellen. Ich kenne sie aus meiner Arbeit, unter anderem von einem Tagesretreat im Burgenland. Ihre Mama war akut krank, aber niemand hat damit gerechnet, dass sie stirbt. Eine Woche später war sie tot. Als wir miteinander gesprochen haben, war das vier Jahre her.


Martinas Geschichte zeigt, dass Freude und Schmerz im selben Moment Platz haben. Vielleicht kannst auch du dich in ihren Worten ein Stück weit wiederfinden.


Kurz gesagt: Wenn die Mutter plötzlich gestorben ist, fehlt oft der Abschied, und die Trauer kommt in Wellen, auch Jahre später. Freude und Trauer dürfen gleichzeitig da sein.

In diesem Interview erfährst du

  • wie Martina die Woche erlebt hat, in der ihre Mama gestorben ist

  • wie es ist, selbst Mama zu sein, während man die eigene Mutter betrauert

  • warum das erste Trauerjahr keine Ziellinie ist

  • was sie sich von Freund:innen und Familie gewünscht hätte

  • was ihr bis heute Halt gibt


Das ganze Gespräch kannst du dir hier als Video ansehen: Das Gespräch mit Martina auf YouTube


Mutter plötzlich gestorben: Martina mit ihrer Mama im verschneiten Wald, ein
Schwarz-Weiß-Foto voller Nähe


Über Martina: Die Mama plötzlich verloren, mit einem Baby im Arm

Martina ist Fotografin und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in Wien. Sie ist Einzelkind. Ihre Mama starb einen Tag nach dem vierten Geburtstag ihres älteren Enkels.


Theres: Wenn du dich vorstellen würdest, ohne deinen Beruf oder deine Herkunft zu nennen: Wer bist du?


Martina: Bis vor Kurzem, also drei Jahre lang, hätte ich mich so vorgestellt: Hallo, ich bin die Martina, meine Mama ist gestorben. Das war ein Riesenteil meiner Identität. Gerade war ihr vierter Todestag, und mir ist aufgefallen, dass es erst seit Kurzem nicht mehr so ist, dass ich in der Früh aufwache und mein erster Gedanke ist: Gott, die Mama ist ja tot.


Mittlerweile würde ich sagen: Ich bin die Martina. Ich bin Fotografin und Mama. Ich bin Liebende und Fragende, ich bin sehr emotional, und ich bin Geschichtenbewahrerin.


Erinnerungen an die Mama, die bleiben

Theres: Wer war deine Mama?


Martina: Meine Mama war sehr, sehr großartig. Sie hat mich mit 24 bekommen. Sie war extrem liebevoll und umsorgend, der Inbegriff einer Mama, die einem ein Zuhause gibt. Was ich an ihr so besonders fand, war ihre Unvoreingenommenheit. Man konnte sie nach ihrer Meinung fragen, und die hat sie sich auch sagen getraut. Aber sie hat nie ungefragt ihren Senf dazugegeben. Sie hat mich immer meine Erfahrungen machen lassen.

Am meisten macht mich traurig, dass sie die beste Oma der Welt war. Es bricht mir jeden Tag das Herz, dass sie meine Kinder nicht sieht. Und vor allem, dass meine Kinder das von ihr nicht bekommen: diese Wärme, diese Liebe, diese unermessliche Geduld.


Theres: Zu meinem Tagesretreat hast du ein lebensgroßes Foto von ihr mitgebracht. Magst du davon erzählen?


Martina: Es ist ein Foto, das ich von ihr gemacht habe, zwei Monate bevor sie gestorben ist. Eigentlich hält sie darauf meinen kleinen Sohn im Arm. Bei ihrer Verabschiedung stand es riesengroß in der Kirche neben der Urne, damit sich alle an ihrem Gesicht festhalten können.


Sie war der letzte Mensch, der im Mittelpunkt stehen wollte. Aber ich denke mir: Du stirbst ja quasi dreimal. Wenn dein Herz aufhört zu schlagen. Wenn du beerdigt wirst. Und final, wenn keiner mehr von dir redet, dein Bild anschaut oder sich an dich erinnert. Mama stirbt sicher nicht dreimal.


Mutter plötzlich gestorben: Die Woche, in der alles anders wurde

Theres: Gab es Momente, in denen dir bewusst wurde, dass sie sterben könnte?


Martina: Nein, absolut nicht. Sie war akut krank, und wir haben uns Sorgen gemacht. Wir haben uns im Wohnzimmer meiner Eltern zum letzten Mal verabschiedet, natürlich mit „gute Besserung“ und solchen Dingen. Aber niemals hätte jemand von uns gedacht, dass das das letzte Mal war, dass wir uns lebend gesehen haben. Ich konnte mich nicht verabschieden.


Theres: Was ist dann passiert?


Martina: Meine Eltern haben die Rettung gerufen. In der Nacht wurde sie nach Graz überstellt und in den künstlichen Tiefschlaf versetzt. Sie lag dann eine Woche auf der Intensivstation, und ich bin mit meinem vier Monate alten Baby fast jeden Tag aus Wien hingefahren. Der Mutter eines Freundes, die ich kaum gekannt habe, habe ich mein Kind in den Arm gedrückt, damit ich eine Stunde bei meiner Mama sitzen und ihre Hand halten konnte.


Am Anfang habe ich es überhaupt nicht gecheckt. Ich habe gesagt: Ihr müsst sie wieder hinkriegen, sie ist die beste Oma der Welt. An einem Freitag habe ich dann gespürt, dass sie sterben wird. An dem Tag bin ich in ein Edelsteingeschäft gegangen. Ich kann es nicht erklären, es war, als hätte mich etwas dort hingeführt. Den Stein habe ich mir um den Hals gehängt, und er hat mich die ersten eineinhalb, zwei Jahre jeden Tag begleitet.


Zwei Tage später war der Geburtstag meines Sohnes, wir sind im Prater mit der Liliputbahn gefahren. Es war alles völlig absurd. Am nächsten Morgen kam der Anruf: Komm bitte, wir müssen uns verabschieden. Ich bin mit halbnassen Haaren auf den Zug gesprungen. Ich bin in ihr Zimmer hinein, habe ihre Hand genommen, und drei Minuten später ist der Arzt hereingekommen und hat gesagt: Jetzt ist sie gegangen.


Theres: Was macht diesen plötzlichen Tod für dich so schwer zu begreifen?


Martina: Es war einfach ein riesengroßer Schock. Wenn meine Mama einen Spruch gehabt hat, dann war es „Aber geh, so schnell stirbt man nicht“. Das hat sie ihr ganzes Leben gesagt, wenn jemand gejammert hat. Und dann stirbt sie einfach.


Dieser Moment teilt das komplette Leben in ein Davor und ein Danach.


Was ein plötzlicher Verlust mit Körper und Seele machen kann, beschreibe ich in Tod der Mutter: Psychische Folgen der Trauer und was helfen kann.


Selbst Mama sein und um die Mutter trauern

Theres: Du warst gerade wieder Mama geworden. Wie war es, das Lebendige und den Abschied zur selben Zeit zu erleben?


Martina: Das große Wort, das für mich über allem steht, ist Gleichzeitigkeit. Mit Kindern hast du vielleicht sogar noch mehr davon. Es gibt diese unermessliche Freude, dieses Wunder, diese Dankbarkeit. Und in der gleichen Sekunde diesen unermesslichen Schmerz, diese Sehnsucht, die Trauer.


Mutter zu sein, während man die eigene Mutter betrauert: Ich habe noch nichts Krasseres erlebt. Die erste Zeit war wie ein Tunnel. Ich bin leider gut im Funktionieren, Gott sei Dank und leider. Ich hatte ein Stillbaby am Arm, da war nicht viel Raum zu trauern.


Theres: Wann spürst du diese Gleichzeitigkeit heute am stärksten?


Martina: Bei den Meilensteinen der Kinder. Ob er jetzt schwimmen kann, mit dem Radl fährt oder den ersten Schultag hat: Egal ob es Stolz ist oder Freude oder enorme Dankbarkeit, parallel dazu ist immer dieser enorme Stich in der Brust. Ich würde es so gern mit ihr teilen.


Meine Mama hatte nur vier Monate mit meinem zweiten Sohn gemeinsam auf dieser Welt. Für mich bedeuten diese vier Monate alles.


Und dann sind es Kleinigkeiten. Letztens bin ich in Tränen ausgebrochen, weil jemand gefragt hat: Was ist dein Lieblingsessen? Ich bin der Mensch, der nie wieder sein Lieblingsessen essen wird, weil das die Lasagne von meiner Mama war.


Wenn du dich in der ersten Zeit wie betäubt fühlst, findest du mehr dazu in Emotionale Taubheit nach einem Todesfall: Warum du nichts fühlst.


Wie lange dauert die Trauer um die Mutter?

Theres: Viele sagen, man müsse das erste Jahr überstehen. Wie hast du das erlebt?


Martina: Am Anfang glaubt man, man muss irgendeine Marke erreichen, und irgendwann wird es besser oder leichter. Man arbeitet auf etwas hin. Und dann kommt die Erkenntnis: Das geht jetzt für den Rest meines Lebens so weiter.

Die schlimmsten Meldungen sind für mich die, die an Zeit geknüpft sind. Wenn Leute sagen: Jetzt ist schon so viel Zeit vergangen, warum bist du immer noch so traurig? Es ist nicht mehr jeden Tag so schlimm wie am Anfang, aber immer mal wieder. Es ist wie Wellen. Manche sind riesengroß und reißen einen mit.


Warum Trauer keinem Zeitplan folgt, liest du in Wie lange dauert Trauer? Warum es keinen festen Zeitplan gibt.


„Brauchst du mit über 40 noch deine Mama?“

Theres: Du bleibst ja für immer das Kind deiner Mutter. Was fehlt dir am meisten?


Martina: Ein Kind von jemandem zu sein bedeutet, dass es jemanden gibt, der immer das Beste für dich will und bedingungslos für dich da ist. Das fehlt mir am meisten. Ich habe einen wundervollen Ehemann und die wundervollsten Kinder. Aber niemand kümmert sich so um einen, wie es die Mama tut.


Oft kommt dieses: Kriegst du es alleine nicht hin, brauchst du mit über 40 noch deine Mama? Darum geht es überhaupt nicht. Ich habe mein Leben ziemlich gut auf der Reihe. Aber es ist keine Schande zu sagen, wie immens sie fehlt. Wenn so eine entscheidende Rolle wegfällt, die älteste, die wir im Leben haben, dann musst du deine Identität komplett von null wiederfinden.


Eines der traurigsten Dinge ist, in mein Elternhaus zu kommen ohne sie. Früher war das der schönste Urlaub, den es gibt. Jetzt freut sich der Papa irrsinnig, dass wir da sind. Aber es ist kein Bett überzogen und kein Essen gerichtet. Es fehlt halt alles.


Was hilft, wenn die Mutter gestorben ist: Martinas Worte an andere

Theres: Was würdest du jemandem sagen, der gerade trauert und sich schwertut, darüber zu sprechen?


Martina: Dass alle Gefühle da sein dürfen und dass man sie auch zeigen darf. Meine Erfahrung ist: Sobald man sich öffnet, öffnen sich die anderen Leute auch.


Ich sage: Meine Mama ist gestorben, sie ist tot. Das ist krass für die Leute, die zucken jedes Mal. Aber ich habe die ganze erste Zeit meine Trauer gedimmt, damit es für die anderen nicht unbequem wird, und davon bin ich müde.


Wie Freund:innen Trauernde wirklich unterstützen können

Theres: Wie haben die Menschen um dich herum reagiert?


Martina: Die Leute wollen einfach nichts mit dem Thema zu tun haben. Ich habe an allen Ecken und Enden ein Wegducken erlebt. Das ist ein riesen Brocken, der oben drauf kommt, wenn du Freunde verlierst, weil es ihnen zu mühsam ist, zu pessimistisch oder zu traurig.


Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen: Manchen bin ich nicht egal, sie sind einfach völlig überfordert. Man lernt in unserer Gesellschaft nicht, wie man mit Trauernden umgeht, wie man einfach nur da ist. Es gab Leute, die Essen vor die Tür gestellt haben, das werde ich nie vergessen. Aber dieses mit mir Aushalten, nicht wegmachen wollen, nicht wegreden wollen, das habe ich nirgends gefunden.


Theres: Was hättest du dir stattdessen gewünscht?


Martina: Dass die Leute von ihr reden. Viele glauben, wenn sie über sie sprechen, erinnern sie mich an das, was passiert ist. Hallo, ich denke jeden Tag an nichts anderes. Ich habe ja nicht vergessen, dass sie gestorben ist.


Für mich ist es das Schönste, wenn ich merke: Sie hat Spuren hinterlassen, sie hat jemanden berührt. Eine Freundin von ihr hat zu mir gesagt: Ich schimpfe immer mit ihr, wenn ich auf den Friedhof gehe. Wie konntest du mich allein lassen? Das ist für mich der Beweis, dass meine Mama wirklich da war. Nicht nur für mich, sondern in der Welt.

Seit meine Mama gestorben ist, habe ich mit Leuten gesprochen, deren Mama gestorben ist. Ich kann dann auch nur sagen: Mir fehlen auch die Worte, und es ist einfach nur beschissen. Aber ich bin da und höre dir zu. Das hätte ich mir so sehr gewünscht.



Kann man Verluste miteinander vergleichen?

Theres: Wie stehst du zu Vergleichen, zum Beispiel: Der Tod eines Kindes ist viel schlimmer als der Tod der Mutter?


Martina: Das gibt es nicht. Man kann das nicht vergleichen, es gibt in der Trauer keine Steigerungen. Es kann genauso schlimm sein, wenn das Haustier stirbt. Was weiß denn ich, wie sehr jemand seinen Hund oder seine Katze lieben kann? Wie sich ein Verlust für die einzelne Person anfühlt, darüber kann man nicht urteilen.


Was Martina bis heute Halt gibt

Theres: Gibt es etwas, das dir besonders hilft?


Martina: Bilder. Mein Papa ist eher der Typ, den es schmerzt, wenn er Bilder anschaut. Für mich ist es etwas extrem Tröstliches. Ich bin mir selbst unendlich dankbar für die Bilder, die ich von meiner Mama gemacht habe.


Mein Großer hat eine Hörfigur, für die meine Eltern damals Geschichten und Lieder aufgenommen haben. Da ist ihre Stimme drauf, da liest sie Bücher vor. Macht die Fotos, macht die Videos, macht Sprachaufnahmen. Die Fotos, bei denen man überlegt, soll ich das jetzt machen oder nicht: Macht die Fotos.


Trauerbegleitung nach dem plötzlichen Tod der Mutter

Theres: Was würdest du Menschen sagen, die denken, Unterstützung bringe ja eigentlich nichts?


Martina: Ratschläge mag ich nicht unbedingt, und am wenigsten mag ich dieses Niederdrücken: Hey, wird schon wieder. Aber: Hol dir Begleitung, hol dir Hilfe, du musst da nicht alleine durch. Es gibt Online-Trauergruppen, es gibt Angebote vor Ort. Man muss sich für nichts schämen. Vielleicht versucht man es einmal im Kleinen, zu erzählen, wie es einem wirklich geht.


Darum habe ich auch zugestimmt, dieses Gespräch aufzunehmen. Ich kann niemandem das Leid nehmen. Aber ich kann zumindest zeigen: Man ist nicht alleine.


Seit ich Trauerbegleiterin bin, merke ich, wie schnell sich Menschen öffnen, wenn sie sich in einem sicheren Raum fühlen. Am Ende kann nur sprechenden Menschen geholfen werden. Genau diesen Raum möchte ich dir geben: einen Ort, an dem du von deiner Mutter erzählen kannst, ohne deine Trauer zu dimmen.


Wenn du das ausprobieren möchtest: In der 1:1 Trauerbegleitung ist ein erster Termin innerhalb von 48 Stunden möglich, online und auf Deutsch oder Englisch.


Was Martinas Geschichte über den plötzlichen Tod der Mutter zeigt

  1. Ein fehlender Abschied ist kein Versäumnis. Martina hat sich mit guten Besserungswünschen verabschiedet, so wie man es eben tut. Niemand konnte wissen, dass es das letzte Mal war.

  2. Freude und Trauer schließen sich nicht aus. Du darfst dich über dein Kind freuen und im selben Moment deine Mutter vermissen. Das eine nimmt dem anderen nichts weg.

  3. Trauer hat kein Ablaufdatum. Das erste Jahr ist keine Ziellinie. Die Trauer wird leiser und kommt in Wellen wieder, auch nach vier Jahren.

  4. Erinnern tut gut. Über die verstorbene Person zu sprechen reißt keine Wunde auf. Es zeigt, dass sie Spuren hinterlassen hat.


Wie eine andere Tochter den Abschied von ihrer Mama erlebt hat, liest du in Trauer um die Mama: Margarita über den Tod ihrer Mutter und das Leben danach.


Häufige Fragen, wenn die Mutter plötzlich gestorben ist

Wie verarbeite ich es, dass meine Mutter plötzlich gestorben ist?

Ein plötzlicher Tod lässt sich nicht in wenigen Wochen begreifen, weil es keine Zeit gab, sich darauf vorzubereiten. Schock, Funktionieren und das Gefühl, im falschen Film zu sein, sind häufige erste Reaktionen. Was vielen hilft: über das Erlebte sprechen, Erinnerungen bewahren und sich Menschen suchen, die die Trauer mit aushalten.


Wie gehe ich damit um, dass ich mich nicht verabschieden konnte?

Ein fehlender Abschied ist eine der schwersten Seiten eines plötzlichen Todes, und er lässt sich nicht nachholen. Viele Menschen finden aber später eigene Formen des Abschieds. Das kann ein Brief sein, ein Ritual am Grab oder ein Foto, das einen festen Platz bekommt.


Wie lange dauert die Trauer, wenn die Mutter gestorben ist?

Es gibt keinen festen Zeitraum. Trauer um die Mutter hat kein Ablaufdatum, weil du für immer ihre Tochter oder ihr Sohn bleibst. Bei den meisten Menschen wird sie mit der Zeit leiser und kommt in Wellen wieder, zum Beispiel an Geburtstagen, am Todestag oder bei Meilensteinen der eigenen Kinder.


Darf ich mich freuen, obwohl meine Mutter gestorben ist?

Ja. Freude und Trauer können im selben Moment da sein. Wenn du dich freust, vermisst du deine Mutter deshalb nicht weniger. Martina nennt das Gleichzeitigkeit.


Muss ich professionelle Trauerbegleitung in Anspruch nehmen, oder reicht es, mit Familie und Freund:innen zu sprechen?


Du musst gar nichts. Manchen Menschen reicht ihr Umfeld. Trauerbegleitung kann dann guttun, wenn du merkst, dass du deine Trauer vor anderen zurückhältst, dass du seit Monaten nur funktionierst oder dass dich der fehlende Abschied nicht loslässt. Dein Verlust muss dafür nicht „schlimm genug“ sein.


Deine Mutter ist plötzlich gestorben?

Trauerbegleitung hilft, ob der Verlust letzte Woche war oder Jahre zurückliegt. In der Trauerbegleitung oder in der Trauergruppe zum Verlust von Mutter oder Vater hat deine Trauer Platz, und deine Erinnerungen auch. Jetzt Kontakt aufnehmen


Über Martina Nell: Martina ist Fotografin und Geschichtenbewahrerin und lebt mit ihrer Familie in Wien. Mehr über ihre Arbeit findest du auf wiewirbleiben.at.

Über die Autorin: Theres Kirisits ist zertifizierte Trauerbegleiterin und Gründerin von t.rau*raum. Sie bietet Trauerbegleitung und Trauergruppen online an, auf Deutsch oder Englisch, auch am Wochenende oder an Feiertagen, mit einem ersten Termin innerhalb von 48 Stunden. Außerdem gibt sie Workshops zu Trauer am Arbeitsplatz. Mehr über Theres

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